Wissenswertes zum Thema

Colormanagement

Colormanagement

Jeder kennt die Aufgabenstellung: Der Scanner „sieht“ die Farben der Vorlage ganz anders als sie auf der Vorlage eigentlich sind. Sobald das Bild im Bildbearbeitungsprogramm gelandet ist, fängt der Operator an, das Bild (und die Farben) zu retuschieren, um sie dem Original wieder etwas näher zu bringen. Ist dieser Punkt überwunden – das Bild am Monitor entspricht endlich dem Original, sieht der Ausdruck aus dem sündhaft teuren Proofsystem oder dem Tintenstrahldrucker wieder ganz anders aus – die Farben wollen einfach nicht stimmen. Also arbeitet der Operator wiederum solange an dem Bild, bis der Ausdruck dem Original entspricht – was er zu diesem Zeitpunkt am Monitor sieht, ist etwas ganz anderes. Der Chef ist zufrieden, der Kunde ist zufrieden, wenn jetzt nur noch die Druckerei mitspielt. Doch wen wunderts, der eigentliche Druck in der Druckerei sieht wieder ganz anders aus.
Noch besser: In der Druckerei waren nichts ahnend der Produktioner, der Kunde und der Grafiker zur Farbabstimmung vor Ort – nach einer Stunde bekamen sie neue Druckplatten und wieder eine Stunde später wurde der Druck gestoppt – weil die Farben nicht stimmen.

Da die Druckerei ihr Geld trotzdem bekommen möchte - „das waren ja Ihre Daten, die wir belichtet haben“ – sind jetzt alle böse. Die Druckerei, weil der Kunde nicht sofort zahlt und Stress macht. Sie, weil der Kunde böse auf Sie ist, nicht sofort zahlt und den nächsten Auftrag eventuell beim Wettbewerber produzieren lässt. Der Kunde, weil er nicht bekommen hat, was man ihm versprochen hatte und er Sie schon wieder durch jemand anderen ersetzten muss.